Ich bewundere die afrikanischen Büffel.
Sie vereinen große körperliche Stärke, ein uriges Aussehen, ein leicht reizbares Wesen mit einem doch wie ich finde, sympathischen Gesichtsausdruck mit einem lieben Auge.
Diese Eigenschaften wollte ich in einem Portrait zum Ausdruck bringen.
Um seine beeindruckende Größe und massige Gestalt auch in diesem Portrait auszudrücken, habe ich mir überlegt, den Kopf das Format sprengend zu darzustellen.
D.h. Teile davon, in diesem Falle die mächtigen Hörner, gehen über die Bildgrenzen hinaus.
Um den Charakter einzufangen, sollte der Gesichtsausdruck, und dabei ganz wichtig das Auge, klar zu erkennen sein.
Meine Bilder entstehen alle in Acryl – Mischtechniken. D.h. Ich male nicht nur mit Acrylfarbe auf Leinwand, sondern verwende auch andere Materialien in einem Bild.
Um dem Untergrund eine unebene Struktur zu geben, klebe ich zunächst verschiedenes Material auf die Leinwand.
Das ist oft Seidenpapier, kann aber auch Wellpappe, Stoff oder anderes Material sein, das sich gut aufkleben lässt.
Seit Anfang 2019 steckt in jedem meiner Bilder auch irgendwo ein Stück Kunststoff. Meistens verwende ich hierfür Gemüse- oder Obstnetze.
Das ist meine Art von Recycling und gleichzeitig auch die versteckte Mahnung, dass die zunehmende Verschmutzung der Umwelt mit Plastik auch stark die Menschen und Tiere bedroht, denen ich meine Bilder widme.
Eine derartige Bearbeitung des Untergrundes ist Ausgangspunkt für den experimentellen Aspekt meiner Werke. Durch diese Strukturen auf der Leinwand entstehen später zufällige Farbeffekte, die mich einfach faszinieren und dem Auge des Betrachters Anreiz bieten, das Bild über das eigentliche Motiv hinaus zu erforschen.
Gelegentlich lasse ich im fortgeschrittenen Stadium eines Bildes auch Rost und Patina mit Hilfe von Metallgrundierungen und Oxidationsmitteln entstehen. Oft unterstreicht diese verwittert scheinende Oberfläche die Aussage eines Bildes, manchmal ist sie auch einfach meiner Experimentierfreude geschuldet.
Ein anderes Medium, das ich auf einigen Bildern verwende, ist Ölfarbe.
Mit ihr stelle ich dann die letzten Schichten eines Bildes meist in Form von Lasuren her.
Ölfarbe eignet sich besonders gut, um ganz weiche Farbverläufe herzustellen .
Außerdem verleiht diese Farbe einem Kunstwerk noch einen ganz besonderen Glanz und Lichtschimmer.
Bei dem Bild des Büffels habe ich nur Acrylfarbe und weder Rost und Patina noch Ölfarbe verwendet.
Die Acrylfarbe allein hat mir hier im Zusammenspiel mit dem strukturierten Untergrund und dem beeindruckenden Motiv genug Ausdrucksmöglichkeiten gegeben.
In der Regel benutze ich fertig bespannte und grundierte Keilrahmen aus FSC zertifiziertem Kiefern oder Fichtenholz.
Die Leisten bestehen aus verzahntem und verleimten Holz und bieten so ein gute Stabilität.
Sie sind wenig anfällig für Verwindungen.
Der Fokus meiner Arbeit liegt in der Darstellung des Charakters eines Wesens.
Dieser zeigt sich am ehesten in den Augen. Deswegen lege ich hierhin meistens den Schwerpunkt der realistischen Darstellung.
Der Rest der Figur darf auch freier und experimenteller gemalt sein.
Abhängig vom Motiv kann es natürlich auch mal sinnvoll sein, andere Details mehr zu betonen.
Die Kombination von realistisch dargestellten Details und experimentellen Elementen ist mir sehr wichtig.
Ich möchte mich in meiner Kunst nicht auf eine lehrbuchmäßige Darstellungsart festnageln lassen.
Hier siehst Du, wie ich das Bild des Afrikanischen Büffels entwickelte.
Ich klebe verschiedene Materialien auf den Untergrund, um eine strukturierte Fläche zu erhalten.
Dann bedecke ich die ganze Leinwand mit ungeordnet angelegten Farbflächen, bei denen sich teilweise schon interessante Farbeffekte ergeben.
Das meiste dieser Schicht verschwindet später wieder und nur Teile bleiben sichtbar.
Darauf skizziere ich mein Motiv.
Nun arbeite ich das Bild mit Spachtel und Pinsel in mehreren Schichten aus, manche Bereiche genauer andere weniger.
Manchmal müssen bestimmte Bereiche auch korrigiert und neu angelegt werden.
Nach der Überarbeitung
Den letzten Arbeitsgang bildet das Bemalen der Ränder, so dass das Motivüber den Rand fortgeführt erscheint.
Über die "richtige" Art der Randgestaltung scheiden sich die Geister. Mit ist es wichtig, dass das Bild auch von der Seite gesehen stimmig und harmonisch aussieht.
So kann es ohne Rahmen aufgehängt werden.
Geht der Betrachter von der Seite auf das Bild zu, wird er durch die Bemalung vor das Bild gezogen!
Um neue Impulse für meine Malerei zu erhalten oder bestimmte Techniken oder Fähigkeiten weiter zu verbessern, nehme ich nach wie vor gelegentlich an Workshops teil.
So kann ich die Qualität meiner Arbeit fortlaufend steigern.
Die Skizzen im oberen Buch stammen aus einem Workshop "minimalistische Schnellzeichnung"
Außerdem nehme ich mir jeden Tag ein paar Minuten, um meine zeichnerischen Fähigkeiten zu trainieren.
Im Urlaub und auf Ausflügen bin ich immer mit Skizzenbuch und Stift unterwegs.
Wenn das Bild fertig ist, bekommt es einen Platz in meinem Atelier, wo ich es jeden Tag sehe.
Manchmal fallen mir dann doch noch kleine Details auf, die ich verändern möchte, und das Bild kommt noch einmal auf die Staffelei. Erst wenn wenn ich einige Tage nichts zu ändern mehr entdeckt habe, ist es wirklich fertig.
Oft lasse ich die vergangenen Arbeitsstufen noch einmal Revue passieren und freue mich mich über das Ergebnis, auch wenn es während des Malprozesses Abschnitte gab, in denen ich gar nicht mit dem Zustand des Bildes zufrieden war.
Inzwischen habe ich gelernt, dass das normal ist und sich doch eigentlich immer alles zum Guten kehrt.
Wenn ein Kunstwerk in ein neues Zuhause einzieht, finde ich es immer sehr schön, wenn sein neuer Besitzer mir erzählt hat, welche Funktion es für ihn haben soll und was es für Ihn bedeutet.
Dann weiß ich, dass meine Arbeit das Leben anderer Menschen positiv beeinflussen wird.
Glücklich bin ich, wenn ich das Gefühl habe, mein Bild kommt in „gute Hände“.
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